8. Ratzeburger Inseladvent am 3. und 4. Dezember 2011

 

 

Am ersten Dezemberwochenende (2. Advent) dreht sich in der Inselstadt Ratzeburg wieder alles um Advent und Weihnachten. Mehrere individuelle Weihnachtsmärkte, zusammengefasst unter dem Namen „Ratzeburger Inseladvent“ laden nun schon zum 8. Mal zum Bummeln, Stöbern und Verweilen im Stadtkern und auf der Domhalbinsel ein.

 

 

Auf dem Marktplatz im Zentrum der Ratzeburger Stadtinsel präsentieren sich zahlreiche Stände um den großen Weihnachtsbaum herum mit weihnachtstypischen Angeboten.

 

Geöffnet sind die Verkaufsstände mit weihnachtstypischen Angeboten am Sonnabend von 11 bis 18 Uhr und am Sonntag von 12 bis 17 Uhr.

 

Die offizielle Eröffnung des Inseladvents findet am Samstag um 10.30 Uhr im Ratzeburger Dom mit einer kleinen Andacht gemeinsam mit dem lettischen Mädchenchor „Cantus“ statt.

 

 

St. Petrikirche und Petri-Forum

 

In der Stadtkirche St. Petri, einer Querschiffkirche aus dem 18. Jh. direkt neben dem „Alten Vaterhaus“ Ernst Barlachs, wird an beiden Tagen ein weihnachtliches Musikprogramm geboten.

 

In der Kaffeestube des Petriforums bietet die Evangelische Frauenhilfe an beiden Tagen neben einem Bücherbasar und einer Verlosung Kaffee, Tee und selbstgebackene Kuchen an. Verkauft werden Weihnachtskarten, Buchbinde- und Handarbeiten. Das Ghanaprojekt und die Pfadfinder werden einen Stand haben.

 

Das Projekt Kreaktiv ist ein Kunstprojekt für Jugendliche, welches über den lokalen Aktionsplan Herzogtum Lauenburg gefördert und regelmäßig seit März 2011 im „Gleis 21“ angeboten und durchgeführt wird. Seit März 2011 sind sehr unterschiedliche und interessante Kunstwerke entstanden, die am Samstag beim Inseladvent im Petri Forum (Flur/Treppenaufstieg) ausgestellt, um im Rahmen einer Auktion ab 13 Uhr versteigert werden sollen. Die Einnahmen werden einem guten Zweck zugeführt.

 

Sonderausstellung „Weihnachtsschmuck und Modelleisenbahn aus alter Zeit“ im Kreismuseum vom 1.12. - 30.12. 2011

 

Das Kreismuseum Herzogtum Lauenburg im Herrenhaus in Ratzeburg zeigt im Dezember wieder die beliebte Sonderausstellung „Weihnachtsschmuck und Modelleisenbahn aus alter Zeit“, die in diesem Jahr mit erneutem Zuwachs nun mehr als 300 Objekte präsentiert. Am Wochenende des Ratzeburger Insel-Advents, dem 3. und 4. 12., ist der Eintritt ins Museum und die Ausstellung frei.

 

Das Kreismuseum wartet alle Jahre wieder mit einer ganz besonderen Weihnachtsausstellung auf: Stilvoll, im wunderschön stuckierten Speisesaal, sind Weihnachtsbäume mit Schmuck aus der Zeit von 1900 - 1920 zu sehen. Sie gehören zu einer Ausstellung, die nunmehr über 200 Exponate zeigt. Ergänzt werden die Bäume durch einen weihnachtlichen Gabentisch für Kinder, wie es ihn damals in großbürgerlichen Häusern gab. Ungewöhnlich sind drei kleine Weihnachtsbäume aus gefärbten Gänsefedern, die im Krieg in Lazaretten oder auf Schiffen Verwendung fanden.

 

Auf besonderes Interesse beim Publikum stieß im letzten Jahr eine besondere kulturgeschichtliche Attraktion: die „früheste Weihnachtskarte der Welt“. Die Titelseite des gefalteten Blattes zeigt die Verkündigung an den Hirten sowie die Geburt Christi in Kupferstichen von Thomas Albrecht Pingeling aus Hamburg mit dem opulent gestalteten Text: „Bey diesem Weihnachts-Fest und nahem Neuen Jahr legt meine Schuldigkeit den treusten Glückwunsch dar.“ Darunter konnte der Absender seinen Namen (hier Diedrich Rasmuß) eintragen. Rasmuß schrieb auf die übrigen drei Seiten religiöse Verse und verschickte das Blatt 1819. Der Serien-Druck der „Karte“ entstand aber schon früher, etwa um 1799.

 

Die Ausstellung zeigt wie immer auch einen Querschnitt der beliebtesten Christbaumschmuck-Stücke aus der Zeit um 1900. Viele stilvolle Stücke gibt es zu bewundern, etwa Kerzen aus Porzellan, die mit Petroleum befeuert werden konnten oder einen wertvollen „Candy Container“, in dem zum Fest Süßigkeiten aufbewahrt wurden.

Eine wertvolle Seltenheit ist eine 19teilige Schäferszene aus der Zeit um 1880 aus Tragant, einer essbaren Masse aus Mehl, Wasser und Gummi. Besonders beliebt waren auch „leonische Drähte“, welche die Kugeln oder Formteile umspinnen, bunte „Oblaten“, die auf Lebkuchen oder Wattefiguren geklebt oder an den Baum gehängt wurden, prächtige „Kometen-Sterne“ aus fein gesponnenen Glasfäden oder die dickwandigen „Biedermeier-Kugeln“, die ältesten Vorläufer der formgeblasenen Christbaumkugeln. Ein besonderes schönes Stück ist ein gläserner, bemalter Engelskopf mit eingesetzten Augen. Häufig hatten die „Schmuckstücke“ aber auch nur geringen weihnachtlichen Bezug wie Schnuller, Schirme, Autos, Tiere oder Pflanzen. Kerzenhalter zeigen sinnreiche Erfindungen, wie z. B. schwere Bleigewichte an einem Pendel, welche die Kerzen stets senkrecht halten oder 45 cm lange Kerzenhalter, die am Stamm befestigt wurden. Weiterhin sind schöne alte Weihnachtsgrußkarten zu sehen, Gablonzer Glasperlenschmuck und gläserner Baumschmuck aus Lauscha - sowie alte Werkzeuge, mit denen die Kugeln in Form gebracht wurden. Besonders skurril mutet uns heute patriotischer Christbaumschmuck aus der Zeit des Kaiserreiches an: Das Bildnis Wilhelms II. auf Christbaumkugeln oder Glas-Zeppelinen war am Weihnachtsbaum ebenso beliebt wie Marine-Schiffe aus Watte oder Glocken mit dem „Eisernen Kreuz“ und der deutschen Flagge. Für den Kreis Herzogtum Lauenburg ein besonders interessantes Stück: Sogar Otto von Bismarck gab es als Christbaumkugel.

 

Großes Besucherinteresse erzielte im vergangenen Jahr die Ausweitung der Präsentation auf die Zeit des Zweiten Weltkrieges: So wie der Christbaumschmuck im Kaiserreich für politische Propaganda benutzt wurde, missbrauchte man ihn auch im „Dritten Reich“. Gleichzeitig sollten christliche Inhalte und Motive zurückgedrängt werden. 1930 wurde eine Serie von „Jul-Kugeln  mit germanischen Runen herausgebracht, die an das heidnische Jul-Fest anknüpfen sollten. Von 1935 - 44 wurden bei Straßensammlungen des Winterhilfswerkes  über 328 Millionen (!) bunter Holz- und Keramikfigürchen verkauft, die als Christbaumschmuck Verwendung fanden. Ebenso wurden kleine nationalsozialistische Propaganda-Büchlein vertrieben, die gleichfalls an den Weihnachtsbaum gehängt wurden und als Ersatz dienten, da 1943 die Herstellung von Christbaumschmuck ganz verboten wurde - man brauchte das Material und die Arbeitskräfte für die Rüstungsindustrie.

 

Als besondere Attraktion zeigen wir eine große Modelleisenbahnanlage (mit Uhrwerk- bzw. Elektro-Lokomotivantrieb) der Spur 0, fast ausschließlich mit „Märklin''-Artikeln aus der Epoche 1910-1925. Während viele Eisenbahnanlagen, die zur Adventszeit vorgeführt werden, aus späterer Zeit stammen, ist die des Kreismuseums von ganz besonderem historischem Reiz.

Gezeigt werden Gleise und farbenfrohe Züge zusammen mit authentischem Zubehör (Kran, Fußgängerbrücke, Läutewerkhäuschen, Tunnel usw.) in der kurz nach 1900 sehr beliebten sogenannten „Spur Null“. In diesem Abbildungs-Maßstab (1:45) wird jeweils ein Meter des Vorbilds auf 2,2cm im Modell verkleinert. Für die Besucher bedeutet das die gelungene Verbindung einer guten Sicht auf relativ großes Schienenmaterial mit interessanter Streckenführung. Die Besucher können sich auf spannende Zugfahrten (in diesem Jahr erstmals auch im Mehrzugbetrieb mit Uhrwerk- bzw. Elektro-Lokomotivantrieb freuen). Das teilweise bereits antike Spielgut stammt hauptsächlich von der Traditionsfirma „Märklin“. Die Eisenbahn-Anlage wird an den Tagen des „Insel-Advents“ zu jeder vollen Stunde in Betrieb genommen werden.

 

Eine der spannendsten Fahrzeuge ist dabei sicherlich ein silberfarbener Eisenbahntriebwagen, der von Franz Kruckenberg 1929 konstruiert wurde und unter dem Namen „Schienenzeppelin“ große Bekanntheit erlangte. Der Antrieb erfolgte ähnlich der Antriebsgondel eines Zeppelins durch einen am Heck befindlichen Flugzeugpropeller aus Eschenholz und einem 12-Zylinder-Flugmotor mit einer Leistung von 600 PS. Die Antriebswelle war um 7 Grad nach oben geneigt, um das Fahrzeug fester auf die Schienen zu drücken. Am 10. Mai 1931 durchbrach der Wagen zwischen Plockhorst und Lehrte erstmals die 200-km/h-Marke.

 

Die Ausstellung ist vom 1.12. bis zum 30. Dezember täglich, außer montags, von 10-13 und 14-17 Uhr zu sehen (am 24., 25., 26. und 31. Dezember ist geschlossen). Einen Vorgeschmack finden Sie auf unserer reich bebilderten Internet-Seite www.kmrz.de unter „Ausstellungen“.

 

Haus Mecklenburg

An beiden Tagen bietet ein weihnachtlicher Basar im Obergeschoß die Möglichkeit zum Stöbern, Schauen und Kaufen. Angeboten werden Bastel-, Holz- und Handarbeiten • Foto- und Weihnachtskarten • Kalligraphie • Schmuck aus unterschiedlichsten Materialien, u. a. Silber, Süßwasserperlen, Bernstein, Kristall • Holztürklinken  • Buchbindekunst • Seifen • Handbemaltes Porzellan • Eingelegtes, Eingekochtes, Eingemachtes • Wein aus ökologischem Anbau • Terres des hommes, NABU und der Missionshandarbeitskreis der ev. Kirche Berkenthin sind auch wieder dabei.

Erstmalig werden Grafiken und Aquarelle des Dresdner Künstlers Gottfried Körner zum Kauf angeboten.

Im weihnachtlich geschmückten Erdgeschoss gibt es ein gemütliches Café mit selbstgebackenen Torten und Kuchen sowie herzhaften Kleinigkeiten. In der Punschecke wird auch wieder der beliebte Apfelpunsch mit und ohne Alkohol ausgeschenkt.

 

Neben einem kulturellen Rahmenprogramm an beiden Tagen im Reutersaal, liest Volker Holm zwischendurch aus „Plattdüütsch in de Wiehnachtstiet“.

 

 

Basar im Ratzeburger Kreuzgang am Dom

 

Ein buntes Angebot an winterlichen und weihnachtlichen Waren erwartet die Besucher des Basars der Rotary Clubs im Kreuzgang des Domes: von Misteln, Kerzen und Honig, Holzspielzeug bis zu anspruchsvollem Kunsthandwerk reicht das Angebot, ergänzt durch das legendäre Kuchen- und Tortenbüfett in der Cafeteria sowie viele weitere kulinarische Genüsse.

 

Am Sonnabend von 11 bis 18 Uhr und am Sonntag ist der Dombasar von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Zu den 16 Ausstellern gehören neben den Rotariern die Deutsche Waldjugend, die Siedlerjugend, der Esperanza-Weltladen, Soroptimist International sowie der Inner Wheel Club Herzogtum Lauenburg.

 

Schülerinnen und Schüler der Kreismusikschule werden in mehreren kleinen Konzerten weihnachtliche, klassische und unterhaltsame Musik spielen. Am Sonnabend um 18 Uhr wird ein Adventssingen im Dom stattfinden. Interessierte Besucher sind außerdem eingeladen, am Samstag und Sonntag, jeweils um 12 Uhr, in der im Dom ansässigen Paramentenwerkstatt einen Einblick in die Herstellung liturgischer Gewänder und Altardecken zu nehmen.

 

Die Rotary Clubs, das Cafeteria-Team der Ehefrauen der Rotarier und der Inner Wheel Club Herzogtum Lauenburg führen den Überschuss aus ihren Verkäufen in diesem Jahr der Ratzeburger Tafel e.V. zu.

 

Die Parkplätze auf der Insel können an beiden Veranstaltungstagen kostenfrei genutzt werden.

 

Veranstalter des 8. Ratzeburger Inseladvents:

Bürgerverein von Ratzeburg und Umgebung

Ev. Luth. Kirchengemeinde St. Petri

Kreismuseum Herzogtum Lauenburg

Rotary-Clubs Herzogtum Lauenburg-Mölln und Ratzeburg-Alte Salzstraße

Stiftung Mecklenburg

Wirtschaftsförderungsverein Inselstadt Ratzeburg